|
|
Die Blockflöte gehört mit zu den ältesten Musikinstrumenten. Vom Hirteninstrument entwickelte sie sich im frühen Mittelalter zum Instrument der Gaukler und Spielmänner. Die Flöte war einteilig; das unterste Griffloch war doppelt vorhanden. Im Laufe des 15. und 16. Jahrhunderts, der Renaissance-Zeit, hielt die Blockflöte Einzug in die Hof- und Adelskapellen. Es wurden Blockflöten in vielen Größen und Stimmlagen gebaut. So war es dann für Consorts auch möglich, Vokalmusik instrumental vorzutragen. In der Zeit des Barock stieg der musikalische Anspruch, was zu einer Veränderung in der Bauweise der Blockflöte führte. Sie wurde dreiteilig, die Innenbohrung wurde verändert und die Grifflöcher wurden enger aneinander gesetzt. Viele Komponisten des Barock schrieben Musik für die Blockflöte; vielfach als Solo-Instrument, wobei besonders die Altflöte hervortrat. Im 18. Jahrhundert verlor die Blockflöte an Bedeutung. Sie wurde von der klangstärkeren Querflöte verdrängt, die sich in einem erweiterten Orchester besser durchsetzen konnte. Erst in den 1920er Jahren erfuhr die Blockflöte ihre Wiederbelebung; besonders durch den Engländer Arnold Dolmetsch, der sich um ein originales Klangbild der Renaissance- und Barockmusik bemühte. In Deutschland sorgte Peter Harlan im Zuge der Jugendmusikbewegung für die Verbreitung der Blockflöte. Er entwickelte, aus Unkenntnis über die barocken Gabelgriffe, die „Blockflöte in deutscher Griffweise“. Ein großer Fehler - wie sich im nachhinein herausstellte! Seit diesen Neu-Anfängen im 20. Jahrhundert lebt die „Blockflöte“ in einer ständigen Weiterentwicklung. Die Blockflöte hält Einzug in die Hochschulen und Universitäten. Die Blockflöte lebt!
|